Mittwoch, 21. September 2011

Bretagne erkundet

Mit Jochen und Anita sind wir nun zu viert an Bord. Brest hält uns noch mit Wind und Regen fest. Wir streifen durch die Stadt, deren Nachkriegscharme uns nicht wirklich begeistern kann. Als der Wind nachlässt, starten wir mit einem kurzen Schlag nach Camaret sur Mer, einem malerischen kleinen Ort (Danke für den Tipp, Daniel). Am nächsten Tag wollen wir die Passage „Raz de Sein“ durchfahren. Es ist eine 2 Meilen schmale Durchfahrt zwischen dem Festland und einem langen Band vorgelagerter Inseln und Steinhaufen. Ist man zum falschen Zeitpunkt der Tide dort, entstehen heftige Strömungen und die Wellen brechen gefährlich, so der Revierführer. Bis dahin müssen wir 20 Meilen gegen an kreuzen. Die Ankunft ist also nicht präzise zu berechnen. Doch es klappt gut, wir sind eine Stunde vor Hochwasser da, das Wasser strömt noch etwas nach Norden und der schwache SW-Wind geht in etwa in die gleiche Richtung, so dass wir insgesamt moderate Bedingungen haben außer dass dicker Nebel herrscht. Einen Fischkutter in 0,3 Seemeilen Entfernung können wir noch schwach erkennen. Gut, dass wir AIS (Automatisches Identifikationssystem) und Radar an Bord haben. Das hilft dann doch. Ansonsten sehen wir keine Leuchttürme, keine Felsen, nur grau in grau und ruhiges Wasser mit einigen Strudeln. Bis auf unsere Adrenalinspiegel ist hier alles vollkommen unspektakulär. Wir laufen Audierne an. Zur Marina müssen wir den Flusslauf ein Stück hinauf. Dann liegen wir direkt in der kleinen Stadt, deren mit Moos und Flechten besetzte Bäume die vorwiegende Wetterlage widerspiegeln – Nebel halt. Am folgenden Tag sehen wir die ersten Delphine, die irre schnell unsere Bahn kreuzen. Von uns aber wenig beeindruckt sind und lieber zusammen mit den Vögeln einem Fischschwarm nachjagen. Über die Orte Loctudy und Concarneau geht es die Küste entlang bis zur Insel Ile de Groix vor Lorient. Auf geliehenen Rädern erkunden wir die vielfältige Insel. Dann verspricht der Wetterbericht eine stabile Lage für unsere Überquerung der Biscaya. Wir verabschieden unsere Gäste an der Fähre. Jochen und Anita fahren hinüber nach Lorient und dann mit der Bahn zurück nach Brest, wo ihr Auto steht. Es hat Spaß gemacht zusammen die Bretagne zu erkunden mit der felsigen Küste und den überraschend weißen, feinen Stränden dazwischen, die oft „nach Niedrigwasser riechen“ wie Jochen es beschrieb. Unsere ersten, spontanen Gäste an Bord – Uns hat es sehr gut gefallen, mal gesegelt werden, viel schnacken - sehr einfach, unkompliziert und bereichernd war es, von Enge keine Spur. Wir starten Richtung Spanien. Die Wellen sind wirklich interessant. Die lange Atlantikdünung, die immer aus Nordwest kommt, kümmert sich wenig um die vorherrschende Windrichtung, bricht auf dem steil ansteigende Unterwasserplateau und vereint sich mit der aus der anderen Richtung kommenden Winddünung. Mit halben bis raumen Winden kommen wir gut voran bis kurz vor La Coruna. Dann kommt der Wind direkt von vorn. Na gut, biegen wir ab in eine kleine Bucht, ankern dort und segeln das letzte Stück am nächsten Tag. 400 Seemeilen in 54 Stunden - wir sind sehr zufrieden!

Brest, ablaufend Wasser - die Rampe wird viel genutzt.

Eine Tide reicht und das Schiff ist gereinigt und gestrichen.

Schafft man auch alleine.

Der Himmel bietet alles.

Dann geht es endlich los, mit Jochen und Anita.

Camaret sur Mer - mit etwas morbidem Charme.

Den Malern gefällt ...

... das Bild.

Wir probieren den landestypischen Apperitif ...

... und genießen die Aussicht.

Audierne, den Fluß hinauf.

Die kleine Marina liegt direkt in der Stadt ...

... mit vielen Fischern.

Die Abendstimmung hat Edgar Wallace gemalt.

Am nächsten Morgen legen wir ab.

Und sehen schon ein wenig mehr als am Vortag.

Immerhin die unterste Häuserreihe der Strandpromenade.

Ile de Groix - Frühstück an Bord.

Dann kommt noch einer rein ...

... und liefert Baumaterial.

Nebenan im geschlossenen Becken schwimmen die Boote zwei Meter höher.

Mit dem Fahrrad erkunden wir den nächsten Hafen.

Wir sehen wunderschöne Gärten.

Draußen trainieren die Open 60´s.

Dann ein kurzer Snack von den übervollen Brombeerbüschen.

Wir schauen uns eine fast symmetrische Kirche an.

In den warmen, trockenen Felsfugen wohnen neugierige Echsen.

Schmal, V-förmig, mit viel Heide - Radweg auf der Ile de Groix.

Jochen + Anita bestaunen ...

... die Atlantikbrandung.

Das Grün ist hier irgendwie grüner, ...


... die Flechten gelber.

Und von Galizien, das hier langsam im Dunst erscheint,
berichten wir das nächste Mal.