Donnerstag, 29. September 2011

Galizische Schlafkur

Die Biscaya haben wir gut hinter uns gebracht, auch wenn der Wind kurz vor La Coruna von vorne kommt und wir in eine Bucht abbiegen und ankern. Auch gut, können wir erst mal schlafen. Am nächsten Mittag geht es dann gemütlich weiter nach La Coruna. Dort angekommen müssen wir uns erst mal ein wenig ausruhen. Am nächsten Tag schlendern wir durch die Gassen. Wir haben keine Infos zu der Stadt und somit keine Erwartungen. Daher sind wir sehr erstaunt wie vielfältig die Altstadt ist. In nur einer Stunde Spaziergang kann man viele verschiedene Sachen entdecken.
Das soll dann auch an Aktivität reichen und wir vertrödeln den restlichen Tag an Bord. Am nächsten Vormittag machen wir ein paar Einkäufe, ruhen wir uns noch ein wenig aus und starten nachmittags um das Cabo Finisterre zu umrunden, die nordwestlichste Ecke Spaniens. Wir segeln die Nacht durch bei leichten nordöstlichen Winden. Am Cap muss es sehr viel Fisch geben, jedenfalls sehen wir in den Morgenstunden viele Fischer und viele Delphine, die im Dunkeln nicht weniger eindrucksvoll sind als tagsüber. Man kann sie nur als Schatten im Augenwinkel wahrnehmen und dann müssen sie schon sehr nah am Schiff sein. Im ruhigen Windschatten des hohen Caps hört man mehr ihr fauchiges Atmen als das man sie wirklich sieht. Am Morgen legen wir in Portosin an, einem kleinen Ort im Ria de Muros, einer Fjord ähnlichen Einbuchtung von denen es hier an der galizischen Küste mehrere gibt. Nach dem Nachttörn verschlafen wir den Tag. Gegenüber der Marina herrscht dagegen rege Betriebsamkeit, Fischer entladen ihren Fang und Millionen von Möwen begleiten das Geschehen. Da schauen wir mal vorbei. Akustisch umrahmt wird das Ganze abwechselnd durch Kirchenglocken und eine Art Werkssirene, die irgendwie mit dem Ankommen der Fischer zu tun haben muss.

Nachdem wir im nahe gelegenen Supermarkt unsere Getränkebestände aufgefüllt haben, laufen wir aus. Wir wollen auf der gegenüberliegenden Küste ankern. Der Wind ist schwach aus unterschiedlichen Richtungen und will uns noch nicht nach Süden schieben, also bleiben wir noch ein bisschen. Um unsere Reisekasse zu schonen, legen wir uns vor Anker. Eine Nacht in der Marina kostet zwischen 24 und 31 Euro. Da kommt im Monat schon einiges zusammen. In der Bucht vor Muros ist es ruhig, daher machen wir nach der Ankunft erst mal ein Nickerchen. Am nächsten Morgen erwachen wir im dichten Nebel, umzingelt von Tauchern oder besser gesagt von Schnorchlern. Wir liegen im flachen Wasser vor dem Strand. Die Schnorchler sammeln hier Muscheln und anderes Meeresgetier. Wenn sie abtauchen, sind sie wegen des flachen Wasserstandes nie ganz unter Wasser, sondern ihre Beine wackeln in der Luft und die Flossen klatschen aufs Wasser. Manchmal stehen sie auch neben unserem Schiff und fragen mal kurz nach der Uhrzeit. Bei diesem Wetter beschließen wir, kann man eigentlich nichts anderes tun als Schlafen. Der nächste Tag, ein Sonntag, soll durch unser erstes selbstgebackenes Brot gekrönt werden. Na ja, nicht richtig selbstgebacken, sondern ein Bio-Aufbackbrot aus der Dose. Sehr lecker – vielen Dank Gisela und Jakob! Nach dem Genuss des warmen Brotes müssen wir allerdings erst einmal eine Mittagsstunde halten.

Der Nebel kommt hier in unterschiedlichsten Formen vor. Manchmal kommt er von den Bergen herab und man kann nur die untere Häuserreihe sehen. Dann ist es genau umgekehrt und man nur die Bergkuppen sehen und der Nebel hängt über dem Wasser. Auch die Farbe des Nebels wechselt von blaugrau über weiß bis braun. Völlig unerwartet kommt am Nachmittag und bei schönstem Sonnenschein eine dichte Nebelwand vom Atlantik her in die Bucht geschoben.

Nach drei Tagen vor Anker sind wir einigermaßen ausgeruht. Der Wind will immer noch nicht auf Nord drehen, aber wir wollen langsam mal weiter und tuckern in den übernächsten Fjord, den Ria de Pontevedra.

Ja, die letzten Wochen und Monate waren sehr aufregend und fordern jetzt, wo wir zwei wesentliche Etappen (Ärmelkanal und Biscaya) hinter uns haben und wissen, dass wir gut in der Zeit liegen um Anfang November Gran Canaria zu erreichen, ihren Tribut. Aber die Küste Galiziens eignet sich mit den vielen Buchten und Häfen auch hervorragend für eine Schlafkur.
Wir ankern in der Bucht Cedeira vor La Coruna.

Ausgeschlafen geht es am nächsten Tag weiter.

In La Coruna: Auch die AIDAsol ist mal kurz da.

Spaziergang durch die Stadt: im Turm Martime Controlle, ...

... gleich nebenan die Universität.

Repräsentative Gebäude.

Hier geht es steil bergab.

Große Plätze.

Knallblaue Blüten an einer Mauer.

Historische Kirchen.

Das Brautpaar ist gerade im Rolls Royce weggefahren.

Etwas weiter sitzt dieser einladende Herr und vor ihm auf dem Boden ...

... bekannte Gestalten.

Die kennen wir auch.

Immer wieder grünbewucherte Häuser.

Neben einer romanischen Kirche.

Mondäne Promenade.

Nein, kein Dorade-Lüfter, ein Mülleimer.

Lustig wirkende Straßenlaternen.

Eine alte Befestigungsanlage.

Kitschiges an der Tauchbasis.

Futuristisches in der Petrochemie.

Im Hafen von Portosin - die Fischereiflotte.

Und Millionen Möwen.

Der Fisch wird entladen.

Holly testet Skype.

Wir ankern vor den Hafen Muros.

Dichter Nebel und klatschende Taucherfüße
(hier nur einer von vielen) umgeben uns.

Aufbackbrot aus der Dose - was es alles gibt!

Nachmittags zieht dichter Nebel vom Atlantik herein.