Samstag, 15. Oktober 2011

Flüsse und ihre Attraktionen

Der Rio Mino ist der Grenzfluss zwischen Spanien und Portugal. Wir segeln gegen Abend dort vorbei und beschließen im Fluss zu ankern. Der REEDS, unser Revierhandbuch, rät zwar deutlich davon ab, aber nach einem Blick in die Karte finden wir, dass unser Schiff mit dem flachen Rumpf für dieses sandige Flussdelta bestens geeignet ist. Wir tasten uns langsam heran und umschiffen bei ruhigem Wasser alle Steine und Sandbänke. In der Flussmitte fällt der Anker. Hier gurgelt eine kräftige Strömung. Ansonsten ist es ein ruhiger, windstiller Abend. Am nächsten Vormittag nähert sich ein Schlauchboot mit zwei portugie­sischen Polizisten. Sie kommen längsseits und bitten uns freundlich, nicht in der Fahrrinne zu ankern. Huch, wir liegen in der Fahrrinne!? Hier fahren Schiffe durch? Bei den vielen Sandbänke und keine einzige Tonne? Na gut, wir wollen sowieso los. Ob wir Probleme mit dem Anker haben, fragen sie uns mehrmals besorgt. Nein, alles okay. Das Schwert ziehen wir beim Ankern hoch, das bedeutet die Ankerkette richtet sich nach der Strömung aus, das Schiff aber nach dem Wind. Das sieht ungewöhnlich und komisch aus. Wir erläutern die Konstruktion unseres Schiffes. Die Polizisten bitten an Bord kommen zu dürfen. Klar doch. Dann fragen sie nach Papieren und Führerscheinen. Was ist der DSV (Deutscher Segler-Verband)? Und ob Führerscheine in Deutschland lebenslang gelten? Wie lange wir unterwegs sein wollen? Drei Jahre, und immer nur auf dem Wasser? Wohin es gehen soll? ARC? Kennen sie nicht ….. Unser „Vergehen“, die Fahrrinne zu blockieren, scheint nicht wirklich dramatisch zu sein. Eher geht es darum sich die Leute mal anzuschauen. Ankernde Yachten sieht man hier wohl nicht oft. Wir erkennen dann auch warum. Der Wind hat nur wenig zugelegt, aber draußen rollt eine ordentliche Brandung. Die Wellen brechen mit Getöse, wo gestern noch alles ganz ruhig war. Wir holen uns noch ein paar Tipps von den Polizisten für die Durchfahrt, diesmal nach Süden „Erst nach Spanien rüber fahren um die breite Sandbank vor Portugal zu umfahren, dann auf die Insel zu halten, kurz davor aber wieder nach Portugal abbiegen.“ Ohne irgendeine Tonne oder Peilung na­türlich ganz einfach. Na, dann mal los. Wir kommen gut durch und am Strand begleitet uns die Polizei, nun auf einem Quad, wirklich fürsorglich.
Wir laufen Porto de Leixoes an, einen Vorort von Porto. Dort verbringen wir einige Tage. Der kleine Ort ist durch seine Mischung von alter und neuer Bebauung sehr charmant. Mit der Bahn geht´s nach Porto zur berühmten Brücke von Gustav Eiffel, ein wirklich im­posantes Bauwerk. Die Brücke überspannt den Rio Douro und bietet am unteren Uferweg eine Überquerung als auch auf dem oberen Niveau. Fußgänger können beide Wege nut­zen; die Bahn nur den oberen; Fahrzeuge nur den unteren. Die Brücke verbindet die Stadtteile Porto und Gaia. Gaia zeichnet sich durch viele Keltereien und Weinlager aus, natürlich vorrangig für Portwein. Porto hat eine weitläufige sehr schöne historische Alt­stadt, in Teilen allerdings sehr sanierungsbedürftig.

Am nächsten Tag mieten wir zusammen mit unseren Stegnachbarn Ulli und Helmut ein Auto und machen einen Landausflug. Zuerst geht es nach Viana do Castelo, einem Küs­tenort am Rio Lima. Die Stadt gefällt uns wegen ihrer sehr gut erhaltenen und sehr ge­pflegten Altstadt. Beeindruckend sind die vielen verschiedenen Mosaike an den Außen­fassaden und die geschmiedeten Balkonbrüstungen. Wir schlendern durch die Gassen und frühstücken auf dem Marktplatz. Danach geht es entlang des Flusses weiter nach Ponte de Lima, einer mittelalterlichen Stadt mit einer alten Brücke über den Rio Lima. Nach dem wir auch hier die Stadt erkundet und gegessen haben, fahren wir weiter über Land und zurück zu unse­rer Marina.

Uns zieht es weiter nach Lissabon. Vorher müssen wir noch einkaufen. Dann legen wir ab und unsere Nachbarn begleiten uns noch ein Stück mit ihrem großen, luxuriösen Katama­ran. Skipper Ulli treffen wir auf Gran Canaria wieder, denn er wird auch an der ARC teil­nehmen.

Kurze Zeit später begleiten uns wieder viele Delphine. Sie schwimmen so nah vor dem Bug, dass man meint sie würden ihn berühren. Es macht total gute Laune diese tollen, schnellen und wendigen Schwimmer zu betrachten. Eineinhalb Tage später erreichen wir den Rio Tejo und von dort berichten wir das nächste Mal.

Rio Mino - wir tasten uns an die Einfahrt heran.

Da wollen wir rein.

Ankern in der Abenddämmerung.

Am nächsten Morgen - Portugal und der Polizeisitz - die beiden Häuser.

Spanien

Die Durchfahrt mit der Insel.

Im Westen die Brandung. Da sind wir gestern durch!?

Porto de Leixoes - Strand vorm Yachthafen.

Ein altes Kastell.

Und ein alter Turm - mit Verwandtschaft in Pisa.

Altstadt Porto de Leixoes.

"Vorgärten"

Schöne Mosaike an der Außenfassade.

Porto und die Brücke über den Rio Douro.

Vorne Gaia mit den Weinlagern, hinten rechts Porto.



Die Transportkähne für den Portwein.

Und noch mal im Abendlicht von Porto aus.

Viana do Castelo.

Brunnen mit lustigen Masken.

Der Marktplatz.

Gut erhaltene Bauten.

Frühstück portugiesisch.

Die "Reisegruppe" - Helmut, Ulli, Holly.

Mosaike und Fliesen an den Außenfassaden begeistern
die Architektin und Fotografin.

Mosaik I

Mosaik II

Mosaik III

Balkongitter auch.

Die Parteizentrale.

Ponte de Lima ...

... mit Tower und Stadtmauer ...

... und ausgelassenen Menschen.

Aufgang zur Kirche.

Die Blumen wachsen aus Kinderrucksäcken und Jeans.

Eine Oldtimerausstellung.

So einen hatten wir früher und sind damit
in zwei Tagen nach Jugoslawien gefahren.

Unsere Einkaufsausstattung: Rucksack und Sackkarre.

Der große Kat begleitet uns noch ein Stück.

"Gute Reise und wir sehen uns in Las Palmas!"

Kunst oder der Versuch Delphine zu fotografiern.