Mittwoch, 9. November 2011

Lissabon - Lanzarote

Lissabon hält uns fest. Nicht wegen der schönen Stadt, was auch ein guter Grund wäre, nein, wegen ganz unterschiedlicher Dinge. Erst lernen wir die englischen Stegnachbarn kennen und gehen gemeinsam essen. Wir landen in einer witzigen Bar, die aus ein paar Sofas auf dem Fußweg besteht. Der Wirt ist sehr freundlich und lässt uns einige regionale Likörweine probieren. Der nächste Tag wird daher sehr ruhig und vorrangig in der Koje verbracht. Dann müssen wir noch ein paar Vorbereitungen für den langen Törn nach Madeira treffen. Einkaufen, Netze für Obst und Gemüse sowie Kräutertöpfe anbringen, Wasser tanken. Als alles bereit ist, zieht ein Tief mit ordentlich Wind genau von vorn heran. Das warten wir lieber noch ab. Danach soll es aber wirklich losgehen. Wir checken aus und schauen nur noch mal schnell in die Mails. Eine beunruhigende Nachricht unseres Funkexperten trifft ein. Wir hatten ihm ein Foto unseres Achterstags, das auch gleichzeitig die Funkantenne ist, geschickt. Der Isolator ist ordentlich korrodiert. Der Funkexperte rät uns dringend sofort das Funkgerät mit einer Hilfsantenne zu testen, da die Gefahr besteht, dass es Schaden genommen hat. Also gut, wir checken wieder ein. Bärbel fährt in die Stadt, kauft 5m Lautsprecherkabel und bastelt daraus eine Hilfsantenne. Glück gehabt, die Funkanlage ist intakt. Wir können sie allerdings nicht benutzen, solange der korrodierte Isolator nicht ausgewechselt ist. Es folgen mehrere Gespräche und Mails mit Funk- und Riggexperten. Wir bestellen in Hamburg Ersatzteile, die wir dann in Las Palmas einbauen können. Nun wollen wir aber wirklich los. Nein, doch nicht, denn das nächste Tief zieht heran. Wir verholen aber schon mal in die Marina Oeiras, die weiter an der Mündung des Rio Tejo liegt. Auch dort ist der Starkwind beeindruckend. Vier Meter über Normal ist der Wasserstand, die Küstenstraße muss gesperrt werden. In der Nacht bei Hochwasser schwimmen die Stege soweit auf, dass nur noch ein knapper halber Meter heraus guckt. Die Wellen stürzen über den Wellenbrecher weit in den Hafen hinein. Am nächsten Tag erfreuen sich die Surfer und Spaziergänger an den nun mehr ganz beschaulichen aber immer noch beeindruckenden Wellen.

So, nun können wir endlich los. Madeira fällt aus, da wir dafür keine Zeit mehr haben. Der Kurs geht nach Lanzarote und dann weiter nach Gran Canaria. Wir starten früh am Morgen. Der Wind weht uns jetzt kräftig in südliche Richtung. Die ersten beiden Tage schaukelt es ordentlich, dafür sind wir schnell. Wir testen unsere Koje im Salon mit dem neuen Leesegel. Mittschiffs ist es bei Seegang deutlich ruhiger als in den Achterkabinen. In der ersten Nacht steigt eine Welle ist Cockpit ein. Das Wasser fließt schnell wieder ab. Die Pantry hat ein wenig Salzwasser abbekommen. Zum Glück nicht die andere Seite, die Navigation. Okay, nachts kommt jetzt immer das Steckschott rein, da kann nichts mehr passieren. Am nächsten Morgen entdecken wir einen interessanten, aber leider toten Gast an Bord. Einen Tintenfisch, den es Nachts an Bord gespült hat. Wir überlegen kurz, ob uns nach einem herzhaften Frühstück ist, entscheiden uns dann aber dagegen. Der Wind flaut ab und wir können unsere Passatbesegelung testen. Wir setzen neben der Genua die neue Selbstwendefock. Das klappt prima. Wir brauchen dazu auch nur einen Baum. Die Selbststeueranlage tut ebenfalls ihren Dienst und wir können das Segeln sehr entspannt genießen. Die Temperaturen steigen und das Wasser wird blauer. Der Törn ist eine gute Vorbereitung für die Atlantiküberquerung. Wir beobachten sehr genau unseren Verbrauch an Wasser, Diesel und Strom. Da unsere Vorräte ebenso lange auf die Abfahrt gewartet haben wie wir, können wir gut erkennen, was sich lange hält und was nicht geeignet ist. Alles in allem klappt es sehr gut. Nur Wasser müssen wir noch sparen, häufiger Seewasser als Trinkwasser benutzen und noch ein paar 5-Liter-Gallonen mehr mitnehmen. Eigentlich wollten wir auf einer nördlich von Lanzarote gelegenen Insel anlegen, aber wir kommen im Dunkeln an, daher fahren wir lieber noch weiter bis es hell wird. Der Wind schläft ein und wir motoren die Ostküste entlang. Als dann die Sonne aufgeht, sind wir schon ganz im Süden und haben einen wunderschönen Blick auf Lanzarote. Karge Berge und Vulkankegel, nur weiße Häuser, dazwischen einige Palmen – sehr beeindruckend. Nach gut fünf Tagen und 730 Seemeilen steuern wir die Marina Rubicon an. Eine große, moderne Anlage mit vielen Restaurants, Hotels und Ferienwohnungen. Lavagestein findet man in den Mauern wieder. Palmen, Kakteen und bunte Sträucher beleben das Ganze. Die Anlage wird mit viel Aufwand gepflegt. Hier liegen große und ganz große Schiffe aus vielen Nationen, wirklich illustre Gäste. Vielfach sieht man die blaue ARC-Fahne wehen. Die treffen wir alle wieder in Las Palmas.

Am nächsten Tag schauen wir in die Mails und müssen feststellen, dass unsere Bestellung noch nicht abgeschickt wurde. Das müssen wir dringend klären! Bis wir eine telefonische Verbindung nach Hamburg haben, dauert es vier Stunden, etliche Fußmärsche zur Rezeption oder in den nächsten Ort um Telefonkarten zu kaufen. Der Teufel ist ein Eichhörnchen. Die vielen Pannen und Versuche aufzuzählen, würde hier den Rahmen sprengen. Unsere Geduld mit den hiesigen technischen Möglichkeit ist danach derart erschöpft, das wir jegliche Kommunikation und auch das Einstellen dieses Eintrages auf Las Palmas verschieben. Also, bis nächsten demnächst auf Gran Canaria!

Dieses tolle Graffiti muss ich Euch zeigen!

Es ist hinein gemeißelt!

Mit John und Gray in einer Bar.

Einkäufe für zwei Wochen werden angeliefert.

Der korrodierte Isolator am Achterstag.

An Deck gibt es ordentliche Rostflecken.

Wir basteln eine Hilfsantenne.

Marina Oeiras nach dem Sturm. Nachts bei Hochwasser
guckten nur noch die weißen Köpfe der Pfähle aus dem Wasser.

Die Wellen brechen über die Mauer, jetzt bei Niedrigwasser.

Die Surfer (=schwarze Punkte) warten auf die richtige Welle.

Hier ist eine.

Passatsegel, d.h. es werden nur zwei Vorsegel gesetzt.

Immer Richtung Süden der Sonne entgegen.

Die Windsteueranlage übernimmt ...

... mit Seilzügen das Ruder.

Morgens ein Gast auf der Badeplattform.

"Deine blauen Augen machen mich so sentimental."

Das Wasser wir immer blauer.

Im Salon hängt jetzt ein ...

... Netz für Obst und Gemüse.

Kräutertöpfe, der Basilikum reist seit Hamburg mit.

Salonkoje mit Leesegel.

Lanzarote im Morgenlicht.

Holly im Morgenlicht.
Marina Rubicon
Auf den großen Katamaranen wird richtig gewohnt.
Auch auf den ganz Großen.
Suchbild - hier sind drei ARC-Fahnen versteckt.
Die Rezeption.
Hier gibt es viele Restaurants ...
... und Cafes.
Die Tankstelle.
Eine Verkehrsinsel.
Swimmingpool.
Man achte auf die Satschüssel ganz links.
Gepflegte Gärten.
Kakteen und blühende Sträucher.
Eine sehr schöne Anlage.
Noch mehr Kakteen.
Und noch einer.
Und falls mal keine Eiche da ist.