Vor
Antigua lagen wir noch einige Tage vor Anker und erledigten ein paar
Dinge an Bord. Zum Beispiel musste die Rolle für den Gennaker oben
am Mast ersetzt werden. Der Verschleiß nach 7000 Seemeilen war sehr
deutlich.
Dann
geht es mit einem Nachttörn nach St. Maartin. Der Wind ist gut, die
Welle eher wie Ostsee, kurz und steil. Unser Ruderblatt sorgt reichlich
für Bodybuilding. Wir können das Blatt an unserem
Schwertschiff mittels eines Hydrauliksystems hochklappen. Bei diesem
Törn will das Blatt nicht unten bleiben, sondern kommt von alleine
immer wieder hoch. So kann man auch steuern, aber es ist sehr
kraft aufwändig. Der Autopilot streikt da gleich. Also
müssen wir die ganze Nacht selbst steuern und kommen mit breiten
Schultern auf St. Maartin an. An der Behebung des Problems
arbeiten wir und sind sehr zuversichtlich, das es klappt, denn wir
werden von Klaas mit guten Tipps und Reparaturanleitungen versorgt.
St.
Maartin - die karibischen Inseln sind mit ihren vielen verschiedenen
Staaten, Sprachen, Währungen eh´ schon ein Schmelztiegel der
Kulturen, aber der Höhepunkt ist eindeutig St. Maartin. Die Insel
ist nur 88 km² groß (kleiner als Sylt), besteht aber aus zwei Staaten, dem
französischen Saint Martin und dem zu den niederländischen Antillen
gehörenden Sint Maarten. D.h. drei Währungen (Euro, Guilder und
Dollar), vier Sprachen (französisch, kreolisch, niederländisch,
englisch), zwei Telefonsysteme, zwei Stromsysteme (110V und 230V). Da
soll erst mal einer durchblicken. Außerdem hat St. Maartin eine
wunderschöne große Lagune von 20km², im Süden „dutch side“
mit richtig holländischer Klappbrücke in der Zufahrt, im Norden
„french side“ mit einer Drehbrücke im Zufahrtskanal. Wie wir
schon von Seglern auf Antigua erfahren haben, fährt man am besten
durch die niederländische Brücke in die Lagune, vergisst die
Brückengebühr, fährt quer durch die Lagune auf die französische
Seite und klariert dort ein. Die Franzosen nehmen für das Ankern
keine Gebühr. Die Lagune ist mit bestimmt hunderten von Schiffen
belegt. Einen Ankerplatz findet man dennoch immer. Einkaufen, Müll
wegbringen, zum nächsten WiFi-Anschluss fährt man mit dem Dinghi.
Wir haben eins, das aber eher zum Baden einlädt als damit täglich
längere Strecken zu bewältigen. Also ein richtiges
karibiktaugliches Dinghi muss her mit festem Boden, dicken Schläuchen
und UV-tauglichem Material. Da die karibischen Schiffsausrüster ihre
Hauptfilialen hier im niederländischen Teil der Bucht haben, werden
wir schnell fündig. Super, damit geht es schon viel besser. Aber für
dieses Boot ist unser Außenborder jetzt doch etwas zu klein.
Sachzwang! Ein richtiger Außenborder muss her.
Mittlerweile
wissen wir von einem radionet, einer Funkrunde für Segler, immer
„seven thirty on channel 14“. Also den Wecker gestellt und um
halb acht die Funke an. Wirklich interessant, was hier alles über
den Äther geht. Mike, der netcontroller (Moderator und auch
TO-Stützpunktleiter, heißt eigentlich Michael und kommt aus Wien),
bringt natürlich erst einmal den Wetterbericht, dann die
Sicherheitsmeldungen. Da wird auch schon mal gefragt, ob jemand den
Skipper kennt, der seine Katze seit zwei Tagen alleine an Bord
gelassen hat. Man einigt sich: Ja, es kennt ihn jemand. Er kommt
bestimmt bald zurück. Okay, dann versorgt das Nachbarschiff bis
dahin die Katze. Anschließend kommen „Mitteilungen“ z.B. über
einen Flohmarkt oder dass das „barnagles“ zum Valentinstag ein
„surprise dinner with drink“ für nur 10 $ anbietet, das
Segeltraining für „cruiser kids“ wird angeboten und noch vieles
mehr. Dann wird nach „Neuankömmlingen und Abreisenden“ gefragt.
Neu eingetroffene Schiffe stellen sich kurz vor, erzählen woher und
wohin. Auch wir präsentieren uns. Danach folgen „Käufe und
Verkäufe“. Wir fragen hier nach einem größeren Außenborder.
Drei Gebrauchte schauen wir uns daraufhin an. Danach ist klar, es muss ein
Neuer sein. Wir wollen keine Bastelkisten und keine Gestohlenen. Zwei
Tage nach unserer Vorstellung im radionet meldet sich ein dänisches
Ehepaar über Funk. Sie haben vor zwei Jahren die USA-Ostküste und
den Intra Coastal Waterway bereist. Ob wir Informationen von ihnen
möchten? Unbedingt, denn da wollen wir diesen Sommer hin! Die beiden
kommen mit dem Dinghi vorbei, beschenken uns mit einer USA-Karte und
vielen, vielen guten Tipps und Hinweisen. Toll, mange tak!
Es
sind auch jede Menge Werften hier ansässig. Daher wollen wir die
Gelegenheit nutzen und das Schiff aus dem Wasser zu holen. So können
wir den Unterwasserbereich (Anoden noch da?) und die Welle
kontrollieren. Da wir längere Motorbootfahrten vor uns haben,
versuchen wir das Dröhnen des Motors durch den Einbau einer
flexiblen Kupplung zu verringern. Wir haben uns für eine Werft auf
der französischen Seite entschieden, von der wir allerdings
mittlerweile die merkwürdigsten Geschichten gehört haben. Auch von
den Leuten, die auf der Werft arbeiten. Aber die Deutschen hier reden
nie gut übereinander, sondern der eine warnt uns vor dem anderen.
Komische Szene. Viele sind hier gestrandet und schlagen sich mehr
schlecht als recht durch. Morgen geht es nun zur Werft. Wir haben schon
mal ein paar Vorhängeschlösser für unsere Backskisten gekauft und
alle variablen Teile unter Deck verstaut. Denn in der letzten
Funkrunde hat jemand seinen Propeller gesucht. Er hätte ihn auf
einer Werft „verloren“. Später stellte sich heraus, der ist ihm
da geklaut worden. Nun gut, wir erwarten die nächste Woche mit
Spannung und werden berichten.
Die Fotoauswahl ist heute beschränkt, da leider einige Fotos unwiderruflich gelöscht wurden :-(((
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Antigua - Sonnenuntergang in "unserer" Ankerbucht.
Übrigens mit einer Lumix fotografiert ;-) |
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| "Unsere" Ankerbucht - von oben aus dem Mast. |
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Holly von oben.
Keine Ahnung, warum das Wasser von oben grün aussieht. |
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| Der Schäkel der Gennakerrolle ist etwas abgewetzt. |
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| St. Maartin - Zufahrt zur Lagune ... |
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| ... echt niederländische Klappbrücke. |
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| Die Lagune. |
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| Unser neues Dinghi wird zu Wasser gelassen. |
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| Dinghi - alt und neu. |
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| Unsere Nachbarn am Ankerplatz. |
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| Nachbarn |
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| Das "Ei" ist ein Sitzmöbel. |
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Das Schiff kennen wir doch?!
Constantin mit der Dantes aus Hamburg. |
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| Kommunikationstechnik im Abendlicht. |
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| Lagune mit Regenbogen. |