Dann der Blick unters Schiff. Die Anoden sind noch da und „arbeiten“. Hatten wir doch in Las Palmas die Überraschung, dass sie nach sehr kurzer Zeit komplett weggefressen waren. Diesmal ist alles gut. Dafür sehen wir die Schäden unseres Trockenfallens auf der Betonrampe. Ordentliche Schrammen im Unterwasserbereich teilweise handtellergroß bis auf das rohe Aluminium. Da müssen wir ran und die Schichten des Untergrundes und des Antifoulings neu aufbauen. Firma Wrede, die die gesamte Beschichtung erst im letzten Juli in Hamburg neu aufgebracht hat, schlägt vor 10x Primer und 4x Antifouling. Auch wenn die Trocknungszeiten hier kurz sind, werden da ein paar Tage draus. Also legen wir Nachtschichten ein und arbeiten durch. Wie bei der Ruderwache 4 Stunden Holly, 4 Stunden Bärbel, jeweils 2 Anstriche. Denn wir wollen nur eine Woche auf der Werft bleiben. Auf der Baustelle leben ist nicht so toll. Die Sanitäranlagen sind karibisch und das ganze drumherum auch. Müll lässt man einfach fallen. Außer Hausmüll, da würden sonst die streunenden Hunde dran gehen. Die meisten Schiffe werden hier eingegraben, damit sie auch in Hurrikanzeiten sicher stehen.
Aber wir lernen auch sehr hilfsbereite Menschen kennen z.B. Leif aus Schweden. Er fragt uns, ob wir Hilfe brauchen und ob wir uns an ihn erinnern. Ääh, nöö? Er hat in Antigua gegenüber am Steg gelegen und hatte Schwierigkeiten mit seinem Wassertank. Holly lieh ihm Werkzeug. Und Annabelle brachte ein paar Stücke unserer Mega-Sahne-Torte zu ihm und seinem Sohn als wir schon völlig papp satt waren. Leif ist im Ruhestand und hat zuvor auf Orust an der schwedischen Westküste mit seinem Bruder eine Marina geführt. Nun lebt er auf St. Maartin. Er kennt sich gut mit Maschinen aus und hat sich in einem Container eine Werkstatt eingerichtet. Er will uns helfen die flexible Kupplung einzubauen. Leider können wir die Teile erst in einigen Wochen bekommen und streichen daher den Einbau. Aber das Fett im Propeller wollen wir wechseln (war auch echt notwendig, denn da war schon Wasser drin). Dazu benötigen wir einen „Schmiernippel“. Bärbel rennt Stunden über die Insel - das technische Englisch wird immer besser - aber 5 mm metrischen Gewinde hat hier keiner. Leif bastelt uns einen. Er feilt ein größeres Gewinde ab und schneidet ein neues drauf. Passt super und kommt bei uns an Bord in die Schatztruhe.
Die Hydraulikpumpe unserer Ruderanlage wird auseinander genommen, geprüft, gelüftet und funktioniert jetzt hoffentlich richtig. Wir werden es erst auf dem nächsten Törn realistisch testen können.
Auf unserer Badeplattform war ein Solarpaneel angebracht. Die Windsteueranlage musste genau an diese Stelle und wurde der Einfachheit halber darauf montiert. Wohl wissend dass die Bolzen das Solarpaneel zerstören. Aber offensichtlich arbeitet das Paneel weiter und brennt uns Löcher in das Alu. Also runter damit, abschleifen und neu lackieren.
Nach einer Woche sind wir wieder im Wasser und sehr zufrieden mit den Arbeiten. Nun ankern wir in der Lagune. Wir machen noch mal Großeinkauf, bevor es dann wirklich weiter geht Richtung Virgin Islands, Puerto Rico und Dominikanische Republik auf die Bahamas. Und davon berichten wir das nächste Mal.
| Now kommt an der Werft an. |
| Hinein ins Becken für den Travellift. |
| Da kommt er angerollt. |
| Und schwups schaukeln wir über Grund. |
| Der Ausblick über die Bucht ist nicht schlecht. |
| Wir dürfen aussteigen und Now wird abgesetzt. |
| Der Propeller mit den Anoden. |
| So sieht das gut aus, angeknabbert, aber nicht weg. |
| Anode am Ruderblatt. |
| Das Bugstrahlruder. |
| Einige Stellen im Unterwasserschiff müssen ausgebessert werden. |
| Holly schleift schon mal. |
| Direkt am Schwert, Alu und die verschiedenen Farbschichten. |
| Der Umstellhebel der Hydraulikanlage, der O-Ring passt nicht mehr. |
| Entlüften der Hydraulikanlage in der Backskiste. |
| Uuuups, so sieht es auf der Badeplattform unter dem Solarpaneel aus. |
| Nach dem Abschleifen werden ... |
| ... die Löcher deutlich. |
| Eingegrabene Schiffe auf der Werft. |
| Das hält den stärksten Sturm aus. |
| Auch diesen dicken Regenschauer. |
| Nach einer Woche geht´s wieder ins Wasser. |