Donnerstag, 15. März 2012

Was haben Mopeds und Wale gemeinsam?

Beide lassen sich nur schwer fotografieren. Mopeds zeigen sich allerdings häufiger. Aber der Reihe nach.
Wir segeln wieder! Nachdem wir nun schon einen Monat auf St. Maartin sind, lichten wir den Anker und verlassen die Lagune. Diesmal durch den französischen Kanal Richtung Norden. Unser Ziel sind die britischen Jungferninseln. Diesmal übernimmt der Autopilot die Steuerung. Das Ruderblatt ist repariert und damit in der unteren Stellung fixiert. Nach einer entspannten Nachtfahrt erreichen wir die Hauptinsel Tortola. Wir legen an einer Mooring in West End an, einer kleinen Bucht, in der wir einklarieren und die Fähre rüber zu den US Virgin Islands nehmen können um ein Visum zu bekommen. Tja, einfach die Fähre nehmen wie uns viele berichtet haben, ist dann doch nicht. Auch hier braucht man die ESTA-Bescheinigung. Kriegt man ganz einfach über´s Internet. Dauert aber drei Tage. Wir haben nur für zwei Tage einklariert. Also, streichen wir das Ganze, lassen die US-Virgin Islands und Puerto Rico (auch USA) links liegen und steuern gleich die Dominikanische Republik an. Das geht auch super, moderater Wind, halb bis raumschots, und kaum Verkehr machen die Reise schnell und entspannt. Wir sind früher da als geplant und laufen daher bei Nacht in die Bahia de Samana im Nordosten von Hispaniola ein. Morgens um fünf fällt im Hafen von Samana der Anker. Wir gehen schlafen. Um neun Uhr klopft jemand an die Außenhaut. Die „Offiziellen“ sind da. Hier geht man nicht zur Immigration wie auf allen Inseln zuvor, sondern zieht die gelbe Flagge hoch und wartet bis die Beamten an Bord kommen. So richtig offiziell sehen sie gar nicht aus. Alle sehr jung und in zivil, einer trägt ein Matrosenkäppi. Der Ältere spricht englisch und dolmetscht. Die anderen beiden sind von der „Navy“, erklärt er. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, bittet der Dolmetscher um ein bisschen Tipp, nicht für sich, nur für die beiden Offiziellen. Okay, wenn das hier so üblich ist. Dann muss der Captain mit den Offiziellen an Land fahren und wird dort zur Polizei begleitet. Zum Erstaunen aller steigt Bärbel ins Boot. Aaah, capitana! Ja, sowas gibt’s. Der Dolmetscher ist hier sowas wie der Hafenmeister. Von ihm bekommen wir alle notwendigen Infos und auch die Gastlandsflagge, die wir vorher nirgends kaufen konnten.
Wir fragen ihn dann auch nach den „whale watching“ - Touren. In der Bucht sind von Januar bis März Wale, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Ja klar, wir sollten eines der kleinen Boote nehmen, kostet dasselbe wie die großen Ausflugskatamarane, ist aber viel interessanter. Abenteuerlustig schlagen wir zu und werden nicht enttäuscht außer vielleicht von den doch sehr kurzen Blicken auf die Wale.
Am nächsten Morgen kommt unser Bootsmann eine halbe Stunde vor der verabredeten Zeit. Er braucht einen Vorschuss um Sprit zu kaufen. Okay. Später werden wir dann direkt von der „Now“ abgeholt und fliegen mit 75 PS über´s Wasser. Das sind für uns ungewohnte Geschwindigkeiten. Festhalten ist schwierig, da das Boot keinerlei Griffe hat. Also immer schööön ausgleichen und locker bleiben bei den harten Aufsetzern. Der Kutscher steht während der ganzen Zeit gelassen am Heck. Es geht raus aus der Bucht immer an der Küste lang. Dann verstummt der Motor. Kein Problem, nur mal kurz den Tank wechseln. Der Motor heult noch einmal auf, dann ist Ruhe. Erneutes Starten - Fehlanzeige. Der Fahrer nimmt die Motorabdeckung ab und werkelt an der Kraftstoffleitung. Irgendetwas ist mit dem Benzin nicht in Ordnung. Mal kurz ein Rundumblick, na, die Steine sind noch weit weg. Unser Bootsmann telefoniert erst mal und spült dann weiter den Motor. Sehr rostig-brauner Kraftstoff wird abgelassen. Der Vergaser gespült. Der Kanister gecheckt. Die Steine kommen näher. Erneuter Startversuch - nix, erneutes Spülen - nix. Das Boot hat keine Paddel, ein Anker ist auch nicht in Sicht. Und jetzt sind die Steine schon ganz schön nah. Es wäre an der Zeit, dass mal irgendetwas passiert. Unser Fahrer steckt kopfüber im Motor und scheint sich um die Steine nicht zu kümmern. Dann taucht aus dem Nichts ein Boot auf und nimmt uns in Schlepp. Das war nicht zu früh, die Steine kann man fast berühren. Wir fahren um die nächste Ecke und dort ist gleich ein kleiner Anleger mit einigen Booten. Da also hatte unser Fahrer angerufen und Hilfe erbeten. Dort angekommen, unterstützen gleich zwei Männer beim Motorencheck während ein anderer neues Benzin holt. In unserem zweiten Tank war Wasser, deshalb funktionierte es nicht. Nach dieser kurzen Einlage fliegen wir weiter Richtung Wale. Die Wellen werden höher und diese Art Bootfahren ist sehr gewöhnungsbedürftig findet Bärbel, während Holly sich an dem achterbahnähnlichen Gefühl berauscht. Wir stoßen zu den anderen Booten, die ausnahmslos alle größer sind. Was auch Sinn macht, denn hier draußen steht schon eine ganz schöne Welle. Wir hatten nicht gedacht, dass es soweit raus geht. Dann die erste Fontäne und wir sehen wirklich Buckelwale. Ein riesiges Tier mit einem Jungen. Die Walmutter taucht nur kurz auf und man kann die Größe nur erahnen. Der Kleine dagegen macht faxen. Springt aus dem Wasser und dreht sich in der Luft oder wedelt mit der Schwanzflosse. Das Junge ist so lang wie unser Boot. Wir folgen den beiden eine Weile. Dann geht’s zurück. Wenn es auch nur kurze Blicke auf die Wale waren, die Größe und die gemächlichen Bewegungen sind beeindruckend. Zurück haben wir den Wind von achtern, was unser Boot noch mehr surfen lässt. Die Bootskapitäne machen ein kleines Wettrennen nach „Bacardi Island“. Einige Touristen treten etwas grün an Land. Unter Palmen und mit guter Bewirtung erholen sich auch unsere Bandscheiben schnell.
Am Nachmittag machen wir noch einen Spaziergang durch die Stadt. Und Bärbel, als begeisterte Rollerfahrerin ist total fasziniert von den vielen Mopeds und deren vielfältige Nutzungsmöglichkeiten. Drei oder vier Leute auf einem Moped sind absolut üblich. Für mehr Personen gibt es sie als Taxi mit Anhänger, Tuc Tuc hießen sie in Ägypten. Die Damen sitzen gerne seitlich auf der Bank. Und was so´n Ding alles transportiert: Gasflaschen quer, mehrere große Wasserflaschen, die Gewehre der Sicherheitsleute und vieles mehr haben wir gesehen ohne alles auf die Fotos zu bekommen. Der Straßen sind voll von diesen Mopeds und anderen Fahrzeugen, laut und blau verqualmt von den vielen Zweitaktern. Und doch ist diese lässige Geschäftigkeit beeindruckend. Aber zwei Stunden reichen, dann brummt uns der Schädel und wir gehen zurück an Bord.

Heute Abend geht es weiter nach Luperon an der Nordwestküste der Dominikanischen Republik.
Wir verlassen St. Maartin und die Lagune ...

... durch die französische Brücke.

Vorbei an einer Pizzeria ...

... und dem Trans Ocean-Stützpunkt.

In der Bucht davor ankern viele Schiffe, besonders viele Katamarane.

Die British Virgin Islands - karg und trocken sehen sie aus.

Noch um diese Ecke dann sind wir in der Bucht West End.

Wie alle liegen wir an einer Mooring.

Direkt gegenüber der Customs und des Fähranlegers.

Was hier alles fährt.

Die Marina ist sehr hübsch ...

... mit den bunten Häusern.

Am nächsten Morgen starten wir bei Windstille.

Samana in der Dominikanischen Republik.

Tradition und Moderne.

Immer auf Empfang.

Mintgrün, der Putz und die Mauer.

Auch hier bunte Häuser.

Im Park wird Baseball gespielt.

Unser Bootsmann freut sich über
das Geschäft mit der Walexkursion.

Ist da was im Tank?

Die Steine sind noch weit weg.

Aber sie kommen näher.

Aus dem Nichts taucht ein Boot auf.

Gerade noch rechtzeitig.

Noch ein zweites Boot kommt.

Wir fahren um die Insel ...

... zu einer kleinen Anlegestelle.

Gemeinsam wird repariert.

Wir stoßen zu den anderen Ausflugsbooten.

Wal - er bläst.

"Da! Da ist er."

Graue Rücken tauchen auf.

Der Kleine dreht Pirouetten ...

... und winkt mit der Schwanzflosse.

Mit Speed zurück zum Bacardi-Island.

Hier lässt sich ausruhen.

Auf dem Katamaran trocknet das Ölzeug der Gäste
und wir trocknen auch langsam.

"Now" von der Stadt Samana aus.

Schön bemaltes Taxi.

Da hat jemand was im Auge.

Zu dritt geht immer.


Noch mal ein Taxi.

Material und Menschen auf der Ladefläche.

Die Kinder kommen auf den Tank.

Wasserflaschen-Transporteur.

Noch mal drei.

Betriebsamkeit am Kreisel.

Auch andere Gefährte gibt es hier.

Die Damen sind seitwärts.

Papa fährt, Kind schläft (weiße Socken), Mama telefoniert.

3 Paar Fußrasten sind Standard.